Warum sich bei Ihnen niemand bewirbt, obwohl Ihr Unternehmen gut ist

Ein Satz, den ich in Erstgesprächen immer wieder höre: »Wir sind eigentlich ein guter Arbeitgeber. Faire Bezahlung, gutes Team, moderne Ausstattung. Trotzdem meldet sich kaum noch jemand auf unsere Anzeigen.« Danach kommt meistens eine Pause. Denn eigentlich läuft doch alles richtig.

Das Merkwürdige daran ist: Es gibt Unternehmen in derselben Region, in derselben Branche, mit vergleichbarer Bezahlung, bei denen Bewerbungen ankommen. Der Unterschied liegt selten beim Gehalt. Er liegt daran, wie sichtbar und wie greifbar ein Unternehmen als Arbeitgeber überhaupt ist.

Der Bewerbermarkt hat sich umgedreht

Früher hat der Betrieb ausgewählt. Heute wählt die Fachkraft. Und sie prüft vorher, bei wem sie sich bewirbt.

Das passiert nicht in einem formellen Prozess, sondern nebenbei. Jemand hört von einer offenen Stelle, googelt den Firmennamen, landet auf der Website, schaut vielleicht ins Google-Profil und liest die Bewertungen. Fünf Minuten, mehr nicht.

Wenn in diesen fünf Minuten nicht erkennbar wird, wie es ist, in diesem Betrieb zu arbeiten, entscheidet sich die Person gegen Sie. Sie erfahren davon nichts. Sie sehen nur, dass keine Bewerbung eingeht.

Was Sie als Arbeitgeber eigentlich zeigen müssen

In Marketingkreisen heißt das Employer Branding. Der Begriff klingt nach Agentur, meint aber etwas sehr Bodenständiges: Wie ehrlich zeigt ein Betrieb, wie es bei ihm tatsächlich zugeht?

Und damit ist nicht gemeint, den Betrieb schöner darzustellen, als er ist. Das zieht die falschen Leute an und enttäuscht die richtigen, spätestens in der Probezeit. Eine Kündigung nach vier Monaten kostet mehr, als die ganze Stelle je gekostet hätte.

Gemeint ist das Gegenteil: zeigen, was ohnehin stimmt. Warum Leute bei Ihnen seit fünfzehn Jahren bleiben. Wie eine Einarbeitung wirklich abläuft. Was passiert, wenn jemand einen Fehler macht.

Diese Dinge wissen Sie längst. Sie stehen nur nirgends.

Der häufigste Fehler ist nicht zu wenig Budget

Betriebe mit 30 bis 150 Mitarbeitenden haben in der Regel Geld für Personalgewinnung. Sie haben auch jemanden, der sich um Personal kümmert. Was meistens fehlt, ist etwas anderes: Niemand ist dafür zuständig, wie der Betrieb als Arbeitgeber nach außen wirkt.

Das fällt zwischen Personalabteilung und Geschäftsführung durch. Die eine verwaltet, die andere führt den Betrieb. Und der Auftritt bleibt so, wie er vor sieben Jahren angelegt wurde.

Der typische Reflex ist dann, Geld in Reichweite zu stecken. Bezahlte Stellenanzeigen, Portale, manchmal eine Kampagne. Das Problem: Wenn dahinter eine Website steht, die nur Kunden anspricht, versickert das Budget. Die Anzeige bringt Menschen auf eine Seite, die ihnen nichts sagt.

Womit Sie tatsächlich anfangen sollten

Mit dem, was Sie schon haben. Fotos aus dem Betriebsalltag. Vom letzten Projekt, aus der Fertigung, von der Übergabe an den Kunden. Wichtiger als Hochglanz ist, dass es echt aussieht. Gestellte Bilder erkennt jeder, und sie schwächen genau das Vertrauen, das entstehen soll.

Mit einer Karriereseite, die diesen Namen verdient. Viele Unternehmen haben eine Seite mit offenen Stellen. Das ist ein Aushang, keine Karriereseite. Was jemand vor einer Bewerbung wissen will, ist konkreter: Wer wird mein Team? Wie sieht der erste Tag aus? Wer ist mein Ansprechpartner, wenn etwas nicht läuft? Diese Fragen beantwortet fast niemand, dabei sind es genau die, die entscheiden.

Mit Stellenanzeigen, die nach Ihnen klingen. „Teamfähigkeit“, „selbstständige Arbeitsweise“, „leistungsgerechte Vergütung“. Wer das liest, erfährt nichts. Und vergleicht dann nur noch das Gehalt, weil sonst nichts zu vergleichen ist.

Mit einem gepflegten Google-Profil. Aktuelle Angaben, ein paar Fotos, Antworten auf Bewertungen. Das kostet fast nichts und ist oft das Erste, was jemand sieht.

Erst wenn diese Grundlage steht, lohnt sich zusätzliches Budget. Für professionelle Aufnahmen, für bezahlte Anzeigen, für einen durchdachten Arbeitgeberauftritt. Vorher ist das Geld meistens verschenkt.

Der eigentliche Denkfehler

Viele Unternehmen sehen ihre Website vor allem als Visitenkarte für Kunden. Dabei ist sie inzwischen mindestens genauso wichtig für die Menschen, die dort arbeiten könnten.

Wer beides mitdenkt, spart sich später viel Frust. Und einige unbesetzte Stellen.


Sie stecken gerade selbst in dieser Situation? Auf meiner Seite Fachkräfte finden steht, woran es meistens liegt und wie ein Arbeitgeberauftritt entsteht, der die richtigen Leute anspricht.

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